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Historisches

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Der Sterthof folgte gar erst am 10. März 1898, während Bockheim bei Eslohe blieb. Um die Abpfarrung des Sterthofes gab es eine Diskussion seit 1865, die sich im Pfarrarchiv Es1ohe (A 5) erhalten hat. Anlass war zunächst die Neuansiedlung Büngener. Sie stellte sich aus Esloher Sicht folgendermaßen vor: Der Antragsteller, Schneider respective Wegearbeiter Büngener, hat früher in einem der fünf, jenseits des Sterthofes angebauten Häusern gewohnt. Er hatte nach dem Tode des Besitzers des Hauses die Witwe desselben geheiratet. Nachdem sein Stiefsohn großjährig geworden, hat er im Jahre 1862 ein zum Sterthofe gehöriges, aber nicht jenseits, sondern diesseits des Sterthofschen Wohnhauses gelegenes Grundstück neu angekauft und darauf ein Haus gebaut.

Als das Generalvikariat Paderborn dies am 29. Mai 1866 zum Anlass nahm, bei Pfarrer Schierhof anzufragen, ob die Einpfarrung des Sterthofes nach Cobbenrode heilsam und tunlich sei, kam folgende Antwort: Der Sterthof liegt allerdings der Pfarrkirche zu Cobbenrode
viel näher als von Eslohe. Die Bewohner des Hofes besuchen auch gewöhnlich die Kirche in Cobbenrode, allein sie kommen auch hierher, sie halten hier ihre österliche und die Kinder ihre vierteljährliche Kommunion, oder suchen für alte und schwache Personen die Erlaubnis nach, in Cobbenrode communicieren zu dürfen. Der Sterthof sowie auch die diesseitige Filiale Niedermarpe gehören allerdings, was ein Übelstand ist, zum Schulbezirk Cobbenrode: Die Kinder besuchen aber den hiesigen Kommunion-Unterricht, werden hier zur 1 ten hl. Kommunion geführt und nehmen hier am Unterricht für die erwachsene Jugend in der

 

Fastenzeit teil. So ist es von jeher gewesen, ich habe auch nicht gehört, dass die Leute Verlangen tragen, nach Cobbenrode eingepfarrt zu werden. Nur ein gewisser Büngener, der vor zwei Jahren auf dem Sterthofe sich neu angebaut hat, macht eine Ausnahme und will durchaus nach Cobbenrode verwiesen werden.

Zwar wurde dem Tagelöhner Johann Büngener am 8. Februar 1867 durch das Generalvikariat zugestanden, dass sein Wohnhaus im Pfarrbezirke Cobbenrode liege, doch dauerte es dann dreißig Jahre, ehe erneut ein Schreiben des Generalvikariates vom 4. November 1897 nach Eslohe ging: Die Familie Joseph Bille auf dem zur Pfarrei Eslohe gehörigen Sterthofe, sowie die Familien Joseph Habbel und Johannes Habbel, welche sich vor Jahren auf zum Sterthofe gehörigen Grundstücken angebaut haben, wünschen der Pfarrei Cobbenrode eingepfarrt zu werden.

Pfarrer Dornseiffer, der stets für vernünftige Pfarrbezirke eintrat, äußerte spontan, dies sei ein ganz unnatürliches Verhältnis: Der Glanz dieses großen Hofes ist seit 100 Jahren stark verblichen; es erfolgten erhebliche Absplitterungen. Produkt desselben sind auch die Familien Joseph und Joh. Habbel.

 

Kirchengemeinde St. Nikolaus Cobbenrode