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Historisches

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              Die Pfarrei

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Kirchlich gehörten Ober- und Nieder-Cobbenrode zur Pfarrei Elspe. Im sogen. Liber Valoris, einem kurkölnischen Abgabenverzeichnis auch des Dekanates Meschede von 1308 heißt es noch: Elsape cum capellis, Elspe mit seinen Kapellen, worunter nur die beiden Nikolauskapellen in Förde und Cobbenrode gemeint sein können.

Vor 1366 ist Cobbenrode dann abgepfarrt gewesen, denn Papst Urban V. bestätigte am 1. April 1366, dass Gottfried von Cobbenrode von der ecclesia parochiali in Cobbenrode, der Pfarrkirche in Cobbenrode, zur Pfarrkirche in Wormbach gewechselt sei (Heinrich Volbert Sauerland, Urkunden und Regesten zur Geschichte der Rheinlande aus dem Vatikanischen Archiv 5. 1910 Nr.494 S.185). Wahrscheinlich hatte der Herr von Cobbenrode dem Elsper Pfarrer dessen Pfarrechte abgekauft, die i.w. aus dem Tauf- und Begräbnisrecht bestanden, für das die Gläubigen zu zahlen hatten. Und die Adelsfamilie besaß künftig das Patronatsrecht, das Vorschlagsrecht für den neuen Pfarrer, den dann der Pfarrer zu Elspe einsetzte. Ähnlich dem häufigen Wechsel im Cobbenroder Adelsbesitz wanderte auch dieses Patronatsrecht und wurde zuletzt von den Leckmarter Familien Rath, Vogt und Gödde wahrgenommen, um 1935 auszulaufen.
 

Da man sich in jener Zeit eine Pfarrkirche nur als Zentrum eines Kirchspiels vorstellen konnte, wurde auch Cobbenrode so bezeichnet. Dabei war es mit dem Kirchspiel Cobbenrode wahrlich nicht weit her, denn zu ihm gehörten lediglich der Adelshof und dessen Besitzungen in Nieder-Cobbenrode sowie die vier alten Höfe in Ober-Cobbenrode.

Bereits 1746/46 war Joan Matthaeus Schulte aus dem Sterthof Kirchenprovisor, also Kirchenvorstand, zu Cobbenrode.

Die Ausstattung der Kirche mit Grund und Boden, die der Nachfolger der Cobbenrodes, Johann Caspar von Esleben, noch im Jahre 1682 rühmte, muss aber recht kärglich gewesen sein, denn bereits im Jahre 1536 wird der Küster als pauper, arm, bezeichnet.

Die Leistungen und Abgaben der vier Bauernhöfe betrugen nach der Visitation vom 10. Juni 1716 je vier Spanndienste Ackern, sogen. posen, am Kirchweihfest vier Käse und ein Brot, ferner Verpflegung an den Hochfesten, dazu je ein halbes Viertel Bier und ein Brot, wozu die Landenbecker auch insgesamt zwei Brote zu liefern hatten. Das alles war, wie Pfarrer Becker im Jahre 1774 drastisch formulierte, nur dazu angetan, das Leben auf dem elterlichen Hof in Serkenrode zu fristen und allein an den Sonn- und Feiertagsmessen nach Cobbenrode zu eilen.

Erst am 3. Mai 1801 wurden Obermarpe von Elspe und Henninghausen von W ormbach nach Cobbenrode eingepfarrt.
 

 

 

Kirchengemeinde St. Nikolaus Cobbenrode